So entsteht bei Andratx edle und nachhaltige Seife - Mallorca Zeitung

2023-01-05 18:53:26 By : Ms. Lucky Zhang

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Nach der Arbeit im Labor genießt Trudi Murray den Blick über die Frühjahrsblüte im Garten und in der Wildnis ringsherum. Neben ihr die handgemachten Stückseifen. Foto: Bendgens

Dort, wo die Straße endet, die von Andratx in die Berge führt, ragen Felsen in den blitze­blauen Himmel. Weiter unten öffnen Zistrosen­sträucher ihre blassblauen Blüten. Viele Sorten Wildpflanzen wachsen direkt beim Haus der ­ursprünglich aus Köln stammenden Trudi ­Murray, die für die Mallorca Zeitung keine Unbekannte ist.

In einer der ersten Ausgaben erschien ein Artikel über sie, damals unterrichtete sie ihre vier Kinder selbst zu Hause. Dann berichtete 2003 ein weiterer Artikel über Mutter und Tochter Georgia, beide hatten für ein Schulprojekt erfolgreich mit Seifen experimentiert.

Im Zusammenhang mit ihren Recherchen entdeckten die beiden, dass es im 19. Jahrhundert in Andratx und Sóller Seifensiedereien gegeben hat, die bis nach Kuba exportiert haben. „Früher arbeitete man unter anderem mit den Ölen, die auf der Plaça del Banc de l'Oli im Zentrum von Palma de Mallorca keine Abnehmer fanden. Die Reste wurden einfach zusammengeschüttet, und daraus wurde Seife gemacht", berichtet Murray. Sie selbst verwendete von Anfang an nur bestes Olivenöl, alle Zutaten ihrer Produkte stammen aus biologischem Anbau.

Als die Kinder dann aus dem Haus waren, startete sie richtig durch. Von Anfang an verkaufte sie ihre Produkte mit dem Logo „Gaia" auch im Netz, eine Zeit lang zudem in einem eigenen Geschäft in Palma de Mallorca. „Doch kleine ­Läden haben bei den hohen Mieten und Parkkosten in den Städten keine Chance", sagt sie.

Das Herz der Produktion ist heute ein winziges Labor. Hier wartet der Inhalt eines hohen Inox-Topfes darauf, erhitzt zu werden. Im hellgelben Olivenöl schwimmen große Stücke ­Kokosfett. „Die gesättigten Fettsäuren im ­Kokosöl sorgen dafür, dass Seife und Shampoo schäumen", sagt Murray. Daneben steht die Natronlauge. Beide Ingredienzen sind die ­Basis der Seifenherstellung, sie werden bei niedriger Temperatur vermischt, durch chemische Reaktion entsteht Glyzerin. Niedrige Temperaturen schonen die Öle sowie die Pflanzenwasser, die im Labor extrahiert werden.

Jedes Stück Seife ist eine handgemachte Kostbarkeit. Die Oberfläche fühlt sich seidig an, das allein schon ist für die Haut ein Genuss. Welche Düfte enthalten sind, zeigen Pflanzenteile, die in die noch feuchte Seife eingedrückt werden: so die Rispe des Lavendels, ein Zweig des Rosmarins oder ein Jasmin-Blütenblatt (Seife ab 8,50 Euro). Die Duftstoffe, ätherische Öle und Blütenwasser, sind wie in einem Tresor hinter Glas aufbewahrt. Das hat seinen Grund, denn ein Liter ätherisches Öl des Zistrosenstrauches kann mit bis zu tausend Euro zu ­Buche schlagen. Murray öffnet ein winziges Fläschchen. Jetzt ist ihr anzumerken, dass ihre ganze Passion und jahrelange Erfahrung im Zusammentragen dieser Kollektion liegt. „Die genetische Verwandtschaft der Pflanzen ­überrascht mich immer wieder neu", erklärt ­Murray. Der Duft von Geranien und Rosen beispielsweise wären sich verblüffend ähnlich.

Nach der Ankunft hat die Duft-Expertin bereits die Besucher mit ein paar ätherischen Tropfen auf Hände, Schultern und Hals betupft. Dem Öl hat sie den englischen Namen thieves gegeben. Denn nach ihren Recherchen schützten Grabräuber sich in der Zeiten der Pest damit wirksam vor Bakterien. Der Duft nach Zimt und Nelke hält stundenlang an.

Stückseifen können flüssige Körperpflegemittel ersetzen, die mit Tensiden auf Erdölbasis hergestellt und in Kunststoff verpackt sind. Das Programm aus Andratx zeigt, das Nach­haltigkeit und Luxus zusammenpassen: An ­Boutiquehotels liefert man kleine individuelle ­Seifenstücke mit Monogramm.

Im Netz zu bestellen ist eine Rasierseife, die aus Oliven-, Mandel-, Jojoba- und Sonnenblumenöl sowie Extrakten von Pampelmusenkernen hergestellt wurde (11,50 Euro). Geliefert wird sie in einer verschraubbaren Metalldose. Zu beziehen sind auch Shampoos als barras. Wer sich einmal sein Haar mit einem Seifenstück aus Kokosöl und Lavendel gewaschen hat, würde nie wieder zu Plastikflaschen greifen, betont Murray. Vier Shampoo-Flaschen pro Jahr wanderten pro Person in den Müll, deshalb geht der Erlös aus dem Verkauf der Gaia-Shampoo-Seifen an „Save the Med".

Ab wann wieder einmal im Monat ganztägige Retreat-Workshops (Parfüm- und Seifenherstellung, Yoga sowie Schneidern) stattfinden können, wird rechtzeitig zu erfahren sein unter: www.gaia-natural-mallorca.com

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